Deutsche Gegenleistung an Somalia für Befreiungsaktion der GSG 9 (1977/78)

Die Tageszeitung "Die Welt" berichtet in ihrer online-Ausgabe über einen Aufsatz des Historikers Tim Geiger in den "Vierteljahresheften für Zeitgeschichte" (3/2009). In dem Aufsatz geht es um die außenpolitischen Folgen der Befeiung des von der RAF entführten Passagier-Flugzeuges im Oktober 1977. Wie jetzt bekannt wurde, zahlte die deutsche Regierung für die Erlaubnis, die deutsche GSG 9 zur Befreiung einzusetzen, wenig später 25 Millionen DM an die somalische Regierung. Diese Zahlung stieß im deutschen Auswärtigen Amt auf Ablehnung, weil sie "Somalia das größtmögliche Maß an Verfügungsfreiheit" gewährte. Damit war konkret gemeint, daß das Geld auch für Waffenkäufe in Ägypten verwendet werden konnte. Das widersprach aber dem Prinzip der deutschen Außenpolitik, wonach Waffenlieferungen in Krisengebiete nicht unterstützt werden sollten. Somalia stand damals in einem Konflikt mit dem Nachbarland Äthiopien, das von der Sowjetunion unterstützt wurde.

Artikel von Welt-Online (30.09.2009)