BND will Mitarbeit von NS-Kriegsverbrechern aufarbeiten

"Der Spiegel" berichtet, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) eine Historikerkommission beauftragen wird, seine Entstehung und Frühzeit zu erforschen. Das Kanzleramt hatte eine solche Untersuchung bisher blockiert.

Der Bundesnachrichtendienst und seine Vorläuferorganisation die Organisation Gehlen haben zahlreiche Mitglieder der SS und des Sicherheitsdienstes SD beschäftigt, obwohl diese Organisation vom Nürnberger Kriegsgerichtshof als verbrecherische Organisationen bezeichnet wurden.

Es ist schon seit längerem bekannt, dass einige dieser SS- und SD-Mitglieder aktiv an Kriegsverbrechen beteiligt waren. Zu klären wird nun vor allem sein, was die BND-Zentrale in Pullach und die Regierung unter Bundeskanzler Adenauer von diesen Kriegsverbrechen wusste. Der Spiegel urteilt in diesem Punkt: "wenn es Unwissenheit gab, dann nur, weil man nicht wissen wollte".

Quelle: Der Spiegel 7/2011